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Osnabrück und seine Sportler – Porträts über lokale Athleten gehören zum Sport in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dieses Mal: Janina Braun, Schwimm-Trainerin der SG Osnabrück, die hart, aber herzlich ihre Sportler zu Bestleistungen anspornt.

Das Porträt über Janina Braun ist am 25. Oktober 2014 in der Neuen Osnabrücker Zeitung erschienen.

 

Die Vollgas-Trainerin

Janina Braun fordert Leistung von SGO-Schwimmern – Doktortitel, A-Lizenz und ein Zelt im Nettebad

Janina Braun überragt viele ihrer Schützlinge nicht. Aber sie übertönt sie, ohne Probleme. „400 Meter Einschwimmen für alle“, hallt ihr Kommando durchs Nettebad, „rein geht’s, 400 beliebig.“ Die Schwimmtrainerin der SG Osnabrück ist nicht die Größte, aber sie weiß, was sie will. Ihre Kommandos kommen an – da kann es im und um das Becken noch so wuselig sein.

Wuselig wird es zum Beispiel, wenn die Trainingsgruppen wechseln. Wenn die Zehn- bis Zwölfjährigen aus dem Wasser steigen und die Älteren auf ihren Einsatz warten. Wenn die Trennwand im Becken abgesenkt wird und aus 25-Meter-Bahnen die doppelte Länge wird. Dann packt Braun mit an, hilft einem Jungen beim Aufwickeln der 25-Meter-Leinen und wird unvermittelt in die Fahndung nach einem Paar blauer Badelatschen verwickelt. „Wenn die Großen im Wasser sind, wird es ruhiger“, sagt Braun. Zumindest für den Moment.
Kurze Zeit später steht die 28-Jährige am Beckenrand und löst mit ihrer Stoppuhr das elektronische Startsignal aus. Die Anlage hat die SG Osnabrück seit Kurzem. „Ein ganz nützliches Hilfstool“, sagt Braun über den Import aus Australien. „Down Under“, wo Ex-SGO-Trainer Markus Erth inzwischen arbeitet, sind die technischen Entwicklungen ein Stück weiter.
Der Reihe nach geht es für die Sportler ins Wasser. Dem Startsprung folgen die ersten schnellen Züge, Braun nimmt die Zeit. „9,2 – Füße zusammen, die Spannung halten“, ruft sie einer Schwimmerin zu. Kurz darauf der Ansatz eines Kopfschüttelns: Perfekt sieht anders aus, Braun sieht das sofort. „Schon während des Absprungs kannst du sagen, ob der Start gut ist“, erklärt sie, „dann kommt es nur noch auf den Übergang an, wenn du die Wasseroberfläche durchbrichst.“
Wenn Janina Braun über Wasserdruck und Schwimmtechnik spricht, dann ahnt man: Schwimmen ist ein Fachgebiet für sich. Und Janina Braun hat reichlich Ahnung davon. Drei trainingswissenschaftliche Aufsätze liegen bei Fachzeitschriften und ihrer  Professorin. Wenn die Texte veröffentlicht sind, darf die Trainerin den Doktortitel führen. „Relativ zeitaufwendig“ sei die Arbeit gewesen, gesteht sie ein. Aber Zeit für den Lehrgang zur A-Lizenz hat sie nebenbei trotzdem noch gefunden. In Kürze stehen die schriftliche und mündliche Prüfung an. „Ich lerne schon fleißig“, sagt die 28-Jährige. Die Aufgabe ist lösbar, aber Braun will sie gut lösen. Alle drei Jahre wird der Lizenz-Lehrgang angeboten, pro Bundesland dürfen zwei Trainer teilnehmen, die vorgeschlagen werden müssen. Dieses Mal hat Braun, die nicht nur die Leistungsgruppen der SGO trainiert, sondern auch den Landeskader in Osnabrück betreut, die Chance bekommen.

„Ich könnte hier ein Zelt aufschlagen“

Ruhig am Rand zu sitzen ist nichts für sie. Braun läuft in jeder Trainingseinheit am Beckenrand auf und ab. „Eigentlich könnte ich hier schon ein Zelt aufschlagen“, sagt sie. Morgens um 6 Uhr gehen die ersten Schwimmer ins Wasser, trainieren anderthalb Stunden vor der Schule. Für die Trainerin folgen am Vormittag Verwaltungsarbeiten: Trainingseinheiten müssen ausgewertet, neue Pläne erstellt werden. Hinzu kommen Meldungen, die Organisation von Wettkämpfen und Trainingslagern, bevor es nachmittags wieder ins Bad geht, das sie unter der Woche nicht vor 21 Uhr verlässt. Samstags wird nur vormittags trainiert, sonntags ist frei – oder Wettkampf. „Ich mache den Job, weil ich ihn gerne mache, und gucke nicht auf die Uhr.“

„Das gehört zu meinem Typ: Ich suche Herausforderungen und bleibe so lange dran, bis ich es erreicht habe.“

Schwimmen, „das ist eine Leidenschaft. Schwimmen begleitet mein Leben. Ich kann mir nicht vorstellen, nichts mit Wasser zu tun zu haben.“ Den ersten Wettkampf schwamm sie mit sechs, groß wurde sie bei der SG Aumund-Vegesack in Bremen. Während des Studiums schwamm sie für die Telekom-Post-SG Köln. „Da ging das noch sehr gut“, sagt sie. Seitdem die Diplom-Sportwissenschaftlerin 2010 ihre erste Stelle bei der SGO angetreten hat, ist es zeitlich knapper. Eine Stunde Schwimmen, knapp 3000 Meter, dazu Krafttraining und Spinning gehören zum regelmäßigen Pensum. „Ich hab jetzt nach dem Sommer wieder etwas mehr angefangen“, erzählt Braun. Ende November will sie bei den deutschen Mastersmeisterschaften starten, aber: „Ich schwimme nur Wettkämpfe, wenn ich vorher was getan habe.“ Wenn Braun etwas macht, dann macht sie es richtig. „Das gehört zu meinem Typ: Ich suche Herausforderungen und bleibe so lange dran, bis ich es erreicht habe.“

Voller Einsatz, auch im Training

Leistung will die Trainerin auch von ihren Sportlern sehen. Drei Bahnen à 50 Meter muss ihre Trainingsgruppe zurücklegen – die sogenannte Overdistance von 150 Metern, damit im Wettkampf die Kraft über 100 Meter auf ganzer Strecke reicht. Es gibt zehn Sekunden Pause für die Schwimmer, danach wieder 150 Meter. „24 Minuten Vollgas“ will Braun sehen. „Ich bin nicht der Umfangstyp“, erklärt sie, „mich interessiert nicht, welche Meterzahlen am Ende beim Training rauskommen, es geht um Intensität.“ Nur wer im Training seine Aufgaben mit vollem Einsatz erfüllt, hat im Wettkampf eine Chance. „Wenn man zu locker schwimmt, bringt es nichts“, lautet Brauns Credo.
Wenn die Schwimmer aus dem Wasser steigen, ist das Training noch nicht beendet. Ob Klein oder Groß – Liegestützen „müssen alle machen“, sagt Braun. Das bringe nicht nur Muskeln, sondern fördere auch den Zusammenhalt in der Gruppe. Die Junioren international weiterzubringen und vielleicht auch mal bei den Senioren einem Schwimmer zu einem internationalen Start zu verhelfen, hat sie sich vorgenommen. Aber Erfolg kommt nicht von ungefähr. „Die sterben nachher“, sagt Braun über ihre Ansprüche im Training, „aber da müssen sie durch.“

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Osnabrück und seine Sportler – Porträts über lokale Athleten sind neuerdings Bestandteil des Sports in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dieses Mal: Lea Püschel, Judoka der Crocodiles Osnabrück, vor ihrer Reise zur U21-Weltmeisterschaft. Zur Medaille hat es leider nicht gereicht, aber allein die Leistung, zu einer WM zu fahren, muss gewürdigt werden. Und dahinter stecke eine nicht ganz gewöhnliche Karriere…

Das Porträt über Lea Püschel ist am 18. Oktober 2014 in der Neuen Osnabrücker Zeitung erschienen.

 

Auf dem Weg zum großen Wurf

Lea Püschel reist zur Judo-WM nach Miami – Noch kein Gedanke an Floridas Strände – „Dann ist eine Medaille drin“

Die Koffer sind gepackt, am Sonntag in aller Frühe startet Lea Püschel zur Judo-Weltmeisterschaft. Um 6 Uhr hebt sie mit dem Flieger in Hannover ab, über London geht es weiter nach Miami. Mit im Gepäck: die heimliche Hoffnung auf eine Medaille und eine Portion Bammel vor der eigenen Courage.

„Ich bin vom Typ her ein bisschen nervös“, sagt die 20-Jährige. Über Erwartungen spricht sie deshalb ungern. Schließlich „kann schon nach dem ersten Kampf alles vorbei sein“. Das sagt auch Teja Ahlmeyer, bei den Crocodiles in Osnabrück einer ihrer Trainer. Aber Ahlmeyer hat auch eine Mut machende Botschaft: „Lea ist in der Lage, jeden zu schlagen.“ Wenn Püschel ihre Nerven in den Griff bekomme, „dann ist auch eine Medaille drin“, ist er überzeugt.
Das weiß auch Lea Püschel. Unter der nervösen Oberfläche schlummert ein selbstbewusster Kern. Sie hat früh gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Mit 16 verließ sie ihre Familie in Bielefeld, um sich in Osnabrück auf den Leistungssport zu konzentrieren. „Der Schritt war nicht ganz einfach, aber ich hatte immer die Unterstützung von zu Hause.“ Püschel wohnte in einer WG. Einkaufen, einen Haushalt führen – mit 16 ist das eine Leistung. „Ich musste früh vieles lernen. Das gibt aber auch Selbstvertrauen“, sagt sie. Und es erfordert Organisationstalent. Dass sie für Trainingslager vom Unterricht am Graf-Stauffenberg-Gymnasium befreit wurde, klingt nur auf den ersten Blick wie ein Schülertraum. „Ich musste viel Stoff eigenständig nachholen.“
Seit ihrem fünften Lebensjahr steht Püschel auf der Judo-Matte. „Meine Oma wollte, dass ich mich verteidigen kann.“ Dass sie erst mit 16 intensiver die sportliche Karriere in Angriff nimmt, sei „eigentlich ziemlich spät für einen Leistungssportler“ gewesen, hat aber auch seine Vorteile. „Ich bin noch heile“, grinst die 20-Jährige. Ganz heile ist auch Püschel nicht geblieben. Die letzte Verletzung: Ein Außenbandanriss, „nur“, sagt sie, „ein Kreuzbandriss wäre schlimmer gewesen“. Das Aufbautraining sei gut verlaufen, sodass sie noch zum Kader-Lehrgang nach Korea mitreisen konnte. „Judo ist gerade im asiatischen Raum sehr stark.“ Auch in Japan hat sich das schon bei Trainingslagern mit dem deutschen C-Kader gezeigt: Die Gangart ist härter, dafür sind die  Trainingsbedingungen besser.

Familiäre Atmosphäre bei den Crocodiles

„Man profitiert viel von den Trainingslagern“, sagt Püschel, die sich – trotz Spätstart – in die internationale Spitze hervorgearbeitet hat. Andere mögen schon in der U 17 auf hohem Niveau gekämpft haben. Püschel trat 2013 zur ersten EM an und holte Bronze. „Dass es beim ersten Höhepunkt meiner Karriere so gut geklappt hat, hat mich super gefreut.“ Die Medaille eröffnete auch den Weg zur WM in Miami, „ein Traum, ein großes Ziel von mir – eine WM ist das Höchste, was man bei den Junioren erreichen kann.“
Wenn Püschel am nächsten Freitag im Einzel bis 70 Kilogramm und am Sonntag mit der deutschen Nationalmannschaft kämpft, muss ihre Familie aus der Ferne zuschauen. „Sie wären gerne mitgekommen, aber so eine weite Reise war nicht selbst zu finanzieren.“

„Ich musste früh vieles lernen. Das gibt aber auch Selbstvertrauen.“

Während die Püschels zu Hause auf die Liveübertragung im Internet setzen müssen, ist Heim- und Landesstützpunkttrainer Jürgen Füchtmeyer als Rückhalt vor Ort dabei. „Das ist eine besondere Unterstützung. Er kennt mich nach all den Jahren der Zusammenarbeit am besten“, sagt Püschel, die auch sonst die familiäre Atmosphäre in Osnabrück zu schätzen weiß. „Hier achtet jeder auf jeden. Man wird auch mal aufgefangen, wenn man Probleme hat.“ Deshalb bleibe sie im Verein, auch wenn sich der Lebensmittelpunkt mit dem Studienbeginn bei der Landespolizei seit dem 1. Oktober erstmal nach Hannover verlagert hat.

Dem Saisonfinale folgt ein Neustart

Herbstwetter ist für Niedersachsen angekündigt in den kommenden Tagen – kein Vergleich zu den prognostizierten 27 Grad und Sonnenschein im strandreichen Florida. „Daran sollte man vorher noch nicht so viel denken“, sagt Püschel. „Shopping und Freizeit sind erst mal nicht drin. Das wäre auch verkehrt.“ Der Fokus liegt auf dem Wettkampf. „Ich schaue von Kampf zu Kampf. Die will ich gut bestreiten und dann möglichst weit kommen.“ An einem guten Tag, wenn das Losglück die richtigen Gegnerinnen beschert und auch sonst vieles zusammenpasst, „kann ich schon vorne dabei sein“. Wenn die Pflicht geschafft ist, kann die Kür folgen: Nach dem Höhepunkt zum Saisonabschluss ist bis zum 3. November Regeneration in Florida vorgesehen. Die nächsten Herausforderungen kommen früh genug: Nach dem letzten Juniorenjahr startet Püschel künftig bei den Frauen. „Das ist ein sehr großer Schritt. Da kämpft man gegen die Weltelite, Olympiasieger und World-Cup-Sieger. Da fängt man wieder ganz unten an. Man muss sich gut einkämpfen und nach vorne kämpfen. Wenn man das geschafft hat, kann man weitergucken.“ Schon einmal hat Lea Püschel gezeigt, dass sie dazu in der Lage ist.

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Debütant Karim Bellarabi machte sein erstes – und ein gutes – Spiel in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, aber am Ende stand eine historische Niederlage: Die DFB-Elf verlor zum ersten Mal ein Länderspiel gegen Polen. Die Nachberichterstattung aus Warschau beinhaltete unter anderem ein Treffen mit alten Bekannten – rein zufällig.

Die Berichterstattung über das Länderspiel Polen – Deutschland in Warschau ist am 13. Oktober 2014 in der Neuen Osnabrücker Zeitung erschienen. Aus rechtlichen Gründen wurde vorsichtshalber auf die ursprünglich verwendeten Agenturfotos verzichtet.

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Osnabrück und seine Sportler – es gibt so viele Menschen, über die es sich zu schreiben lohnt. Im Zuge einer Umstrukturierung im Sportteil ist eine neue Rubrik hinzugekommen: Sportlerporträts. Den Auftakt macht Speedskaterin Carolin Zielke aus der Gemeinde Wallenhorst.

Das Porträt über Carolin Zielke ist am 26. September 2014 mit Fotos von Helmut Kemme in der Neuen Osnabrücker Zeitung erschienen.

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Bitte nicht erschrecken: Das hier wird ein Eintrag, der ohne Arbeitsnachweise auskommen muss. Aber wir sind jetzt schon einige Male nach unserem Urlaub in den USA gefragt worden: Was war das Schönste? Was hat am meisten beeindruckt? Und ganz ehrlich: Einen einzelnen Moment gibt es nicht. Es war das Gesamtpaket aus unendlicher Natur, tierischen Begegnungen, pulsierenden Städten, beeindruckender Landschaft. Alles zusammen: Ein Urlaub, der sich gelohnt hat. Und dessen Eindrücke nicht annähernd in Bilder zu fassen sind. Versucht hab ich’s trotzdem, ein bisschen Herausforderung muss sein. Entstanden ist eine Mischung aus touristischen Eindrücken und dem Versuch, auch die besonderen Motive zu finden. Manchmal war der Weg das Ziel. Von L.A. über San Diego, den Grand Canyon und Nationalparks, Las Vegas und San Francisco zurück nach L.A. – der Südwesten der USA im Schnelldurchlauf:

 

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