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An der Fußball-WM ist kein Vorbeikommen, erst recht nicht in einer Sportredaktion. In der Neuen Osnabrücker Zeitung gibt es im WM-Kick täglich eine Meinungsseite mit Kommentar, Analyse, Pro-Kontra-Debatte, Fernsehkritik und/oder eben: Dem Zuckerhut, einer Glosse. Orakel, die Zeitrechnung und Autokorsos haben schon ihr Fett weg bekommen, hier der Text vom 28. Juni:

 

Fahrendes Volk

Während des deutschen Spiels konnte man in Ruhe auf der Straße picknicken, nach dem Abpfiff nicht schnell genug vom Asphalt kommen: Donnerstag war wieder Autokorso-Zeit. Viel scheint das fahrende Volk der DFB-Elf nicht zuzutrauen. Inzwischen reicht ein glanzloses 1:0, um das auszulösen, was man mithin lieber meidet: viel Verkehr. Immerhin freuen sich alle darüber.

Wenn „die schönste Nebensache der Welt“ (der Fußball) und „des Deutschen liebstes Kind“ (das Auto) aufeinandertreffen, endet das entweder bei Stefan Raab (Autoball) oder eben im Autokorso (genauso beliebt beziehungsweise gehasst wie Autoball), aber wann kann man schon ungehemmt auf vier Rädern feiern? Womöglich schon wieder am Montag, dann aber zu nachtschlafender Zeit. Im Sinne der Volkswirtschaft wäre es günstiger, wenn Algerien gewinnt und am nächsten Morgen alle ausgeschlafen sind. Andererseits: Über einen DFB-Sieg freut sich ja die Ölindustrie. Der ADAC ist jährlich in Aufruhr, wenn zur Ferienzeit die Benzinpreise anziehen. Der kluge Fan tankt vor (erst alkoholfrei, dann bleifrei) und verfährt den Sprit, solange er noch günstig ist.

Die Sommerferien beginnen in Niedersachsen erst Ende Juli. Die Autokorsos verlagern sich dann im Schritttempo auf die Autobahnen. Schade, dass die WM dann schon vorbei ist.

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